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Kultur

Oper zur Pandemie

19. November 2020

Für den Opernbereich außergewöhnlich schnell will das Chemnitzer Musiktheater auf die aktuelle Lage reagieren: Komponist Sebastian Brandmeir und Librettist Florian Stanek arbeiten im Auftrag der Theater Chemnitz an einem Werk mit dem Arbeitstitel „Isolation Club“, einer Kammeroper mit Beats für zwei Sänger. Es soll sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und einer Welt im Lockdown beschäftigen: Youtuberin Hannah gibt fröhliche Durchhalteparolen an ihre Follower aus, Paul ist Verschwörungstheoretiker und Pandemieskeptiker. Vereint sind beide in ihrer Suche nach dem Echtem, dem Leben, dem wahren Kontakt, den sie in einem Club zu finden suchen. Wummernde Beats, verschwitzte Körper, Alkohol führen Hannah und Paul auf eine Reise, bei der die Grenzen zwischen analoger und digitaler Welt verschwimmen – auch musikalisch. Für das ungewöhnliche Stück verlässt das Musiktheater seine angestammten Räume und zieht in den Club „Transit“ im Chemnitzer Südbahnhof um.

Hannah und Paul werden dabei von Marlen Bieber und Felix Rohleder gespielt, den ersten Mitgliedern des frisch gegründeten Opernstudios Chemnitz. Die beiden Nachwuchssänger nehmen am Kooperationsstudiengang Gesang Bühnenpraxis Solo teil, den die Hochschule Carl Maria von Weber Dresden und die Theater Chemnitz gemeinsam anbieten. Künftig sollen bis zu vier Sänger im Opernstudio Chemnitz ihre zweijährige Ausbildung erhalten. Die Premiere ist für den 28. Mai 2020 geplant.