Zugegeben, die Chemnitz ist nicht der Rhein und der Springbrunnen am Stadthallenpark weit entfernt von der Ostsee. Ganz aussichtslos ist es dennoch nicht, in der Region – und damit sind nicht etwaige neue Seenlandschaften gemeint – nach Erlebnissen mit, im und auf dem Wasser zu suchen. Chemnitz Inside hat ein paar Vorschläge zusammengetragen.
Rasten am Chemnitz-Ursprung
75 Kilometer lang fließt die Chemnitz von Altchemnitz bis sie bei Wechselburg in die Zwickauer Mulde übergeht. Wer ihrem Lauf vom Ursprung – dem Zusammenfluss von Würschnitz und Zwönitz – folgen will, kann künftig direkt am Start eine erste Pause machen. Die Stadt Chemnitz baut hier derzeit einen Rastplatz mit Sitzgelegenheiten und Fahrradständern, die das Wort C-H-E-M-N-I-T-Z bilden. Ende Juni soll der Rastplatz fertig sein. Doch nur nicht zu gemütlich machen – schließlich warten noch 75 Kilometer…
Flössen im Vogtland
Das Flößen gehörte bis vor etwa 100 Jahren zu den wichtigen Logistik-Gewerken: Die Kraft eines Flusses nutzend, wurde so Holz von waldreichen in waldärmere Gebiete transportiert. Die Arbeit war anstrengend – nicht umsonst wurden die Mitarbeitenden „Floßknechte“ genannt. Der Vogtländische Flößerverein Muldenberg e.V. hält die Tradition aufrecht. Er erhält das Floßgrabensystem bei Grünbach-Muldenberg, bereitet Holz fürs Flößen vor und zeigt beim Schauflößen, wie die Bewegung auf dem Wasser funktioniert. Die nächste Demonstration gibt es im Rahmen des Kettensäge-Wettbewerbs am 5. September, ansonsten jährlich beim Flößerfest im Mai.
Filmerlebnis im Autositz
Baden, Stand-up-Paddeln, Tretbootfahren, Segeln, Tauchen, Angeln und Minigolf-Spielen auf einer Anlage im Piraten-Look: all das geht an der Koberbachtalsperre. Und abends? Geht’s ins Autokino Langenhessen. Das eröffnete bereits am 19. März (!) seine inzwischen 35. Saison. Auf drei Leinwänden laufen Blockbuster und Familienfilme, der Ton kommt übers Autoradio und Getränke und Snacks werden bis ans Fahrerfenster geliefert. Für das Erlebnis muss man sich glatt mal wieder ein Auto leihen.
Bootsfahrten im Muldental
Sich auf und von der Mulde treiben zu lassen, da gibt’s gleich mehrere Gelegenheiten. Im oberen Muldental bietet der Verein Outdoorteam Westerzgebirge geführte Schlauchboottouren von Bad Schlema über Hartenstein bis Wiesenburg – Dauer je nach Fitness der Teilnehmenden: zwischen drei und fünf Stunden. Flussabwärts kann man auch mit dem Kajak die Zwickauer Mulde erkunden – zum Beispiel bei etwa zweistündigen Touren mit dem Kajakservice Waldenburg von der dortigen Muldenbrücke bis zum acht Kilometer (Wasserlinie) entfernten Wolkenburg. Noch ein bisschen tiefer geht’s in Mittelsachsen im Schlauchboot von Wechselburg bis Rochlitz oder gar Colditz – da muss man sich schon bis zu acht Stunden Zeit nehmen. Touren hier zum Beispiel über Team-Aktiv-Events in Leisnig.
Matschen in Frankenberg
Zur Landesgartenschau 2019 entstanden in Frankenberg gleich mehrere Projekte am Wasser. Während die „Schlange“ – eine lange, lange Brücke –die jenseitigen Zschopauauen zugänglich macht, erfreuen sich auch die Paradiesgärten im Mühlbachtal – direkt unterhalb der Altstadt – weiterhin großer Beliebtheit. Für die Schau wurde der Mühlbach renaturiert, an den Uferhängen Rosengärten, Sitzgelegenheiten und ein Naturlehrpfad angelegt. Highlight für Familien ist ein großzügiges Spielareal mit Sandfläche, Spielgeräten und einem Wasserspielbereich, an dem man so richtig schön matschen kann.
Melodien von der Seebühne
Mit der Seebühne auf der Kriebsteintalsperre hat das Mittelsächsische Theater eine ganz besondere Spielstätte. Unterhalb der Burg liegen die 250 Quadratmeter Bühnenfläche mitten im Wasser. Als Zuschauer*in platziert man sich auf einem der 850 Sitze am Ufer und lauscht den Melodien, die von der Bühne erklingen. Die stammen in diesem Sommer von Franz Lehár: Um die 30 Mal bringt das Ensemble zwischen dem 18. Juni und dem 30. August unter der musikalischen Leitung von José Luis Gutiérrez dessen Operette „Die lustige Witwe“ zur Aufführung: „Da geh' ich zu Maxim, dort bin ich sehr intim, ich duze alle Damen, ruf' sie beim Kosenamen.“
Clownfischalarm am Fichtelberg
Riesig ist es nicht, das Tropenaquarium am Fichtelberg. Doch man bekommt eine erstaunliche Vielfalt an Wasser- und Landtieren zu sehen: Piranhas im 17 Meter langen Amazonasbecken, Katzenhaie, Seepferdchen und Clownfische, dazu im Insektarium auch Spinnentiere und Pfeilgiftfrösche und schließlich auch noch ein paar Krokodile. Ob sich der Eintrittspreis lohnt, da scheiden sich im Netz die Geister. Doch an einem regnerischem Sommertag in die Tropen zu flüchten, kann so ganz verkehrt auch nicht sein…